Die kulturelle Parallelwelt zur Landesausstellung 2011 - Naumburg (Saale)

Die Naumburger Meister:
Thomas Adam, Michael Jo Joachim, Andre Zimmermann, Volker Varrelmann und Ralph Steinmeyer
Das bekannte Hussiten Lied hat einen neuen Text bekommen. Eingeborene wissen es, Zugereiste oft nicht: Die Hussiten lagen nie vor Naumburg und so feiern sich die Naumburger jedes Jahr mit einer Lüge. Die neue Textversion eines alten Klassikers war deshalb lange überfällig und es bleibt ab zu warten, wann sich beide Liedtexte mischen werden.
Das Hussiten-Kirschfest-Lied
Copyright by: Die Naumburger Meister & Thomas Adam
Die Hussiten zogen vor Naumburg
Über Jena her und Camburg;
|: So fängt jenes Märchen an
das der Georg Rauh ersann
1782 (siebzehn zweiundachzig) :|
Sinn und Unsinn sich vermählen
Wenn die Leute sich erzählen
|: Wie das mit dem Prokop war
der, als er die Kinder sah
Kirschen tat verschenken :|
Böhmen, Mähren und auch Polen
Konnten die Hussiten holen,
|: Die gab´s wirklich überall
nur nicht hier im Saaletal
Und auch nie vor Naumburg :|
Doch der Schwindel füllt die Kassen
Und verkaufte sich in Massen
|: Einer hat sich´s ausgedacht
alle haben mitgemacht
Um zu profitieren :|
Und das einzige Mirakel
Ist alljährlich ein Spektakel
|: Auf der ganzen Vogelwies
Bier in Mengen, Sau am Spieß
So als wirdıs verboten :|
Wenn dann Bier und Wodka fließen
Müsst Ihr für die Lüge büßen
|: Heute lockt man mit Tam Tam
Schlimm´res als Hussiten an
Alle Jahre wieder :|
Ja zum ErhaltEin Riss in dem Gewand der weltberühmten Stifterfigur scheint nun die
Umgestaltung des Domplatzes in Frage zustellen. Der langjährige Autoverkehr
solle diesen Riss verursacht haben und weitere Bauarbeiten am Domplatz
könnten diesen Zustand verschlimmern, so die Aussagen namhafter Wissenschaftler.
Das könnte die zwei Dutzend Linden und die Grünflächen am Dom für die Naumburger retten.
Ab 20.00 Uhr im 11. Gebot am Domplatz 22. Darüber hinaus spielen wir immer Samstags Nachmittag ab 15.00 Uhr im Biergarten des 11. Gebots - soweit unsere Familien und gutes Wetter dies zu lassen.
Das neue Musikprogramm der Naumburger Musiker untersucht auf musikalisch
unterhaltsame wie auch burleske bisweilen ketzerische Art, wie in Naumburg seit je her Mythen in Tüten verkauft wurden.
Für den schnöden Mammon wurde gelogen und betrogen. Ob Hussitensage oder Naumburger Meister hier machen
die sechs Musiker so manche musikalische These auf.
Alles im klassischen Bänkelgesang mit akustischen Instrumenten interpretiert bilden oftmals Volkslieder
und Schlager den musikalischen Hintergrund.
Und im nachtblauen Gewand
Eines Morgens man sie leblos fand
In der Grotte unten am Dom
Gewiß hörten Sie schon davon:
Von dem Weib mit dem schönen Gesicht
Dem Geheimnis von dem keiner spricht
Von Verschwörern in eiserner Zeit
Welche eiskalt zu morden bereit
Auch ein Steinmetz war mit im Spiel
der verschwand, denn er wusste zuviel
Doch ist sicher er hat sie gekannt
Die Tote im blauen Gewand
Immer mehr drängt die Wahrheit ans Licht
Tag für Tag schaut man ihr ins Gesicht
In das steinerne Abbild der Frau
Die zu Tode kam ganz in Blau
Und ihr steinerner Mantel enthüllt
Das Geheimnis für das man gekillt
Blaue Farbe, wie man sie dort fand
War in gotischer Zeit unbekannt.
Und so kam es zu dem Gerücht
Ganz so alt, wie sie scheint, ist sie nicht
Die berühmte Ikone aus Stein
Wird wohl nur eine Lüge sein
Ja, mit Lügen kennt man sich hier aus
Jedes Jahr ziehen Kinder hinaus
um zu retten, was nie in Gefahr
weil der Prokop ja niemals hier war.
Erst seit Carl Peter Lepsius 1822 über das "Alterthum und die Stifter des
Doms" schrieb, ist Uta in der Folgezeit zu einer "Ikone aus Stein" geworden. Vorher
war der Westchor und die Stifterfiguren der Öffentlichkeit kaum zugängig, der Dom mit seinen
Brandschäden von 1532 ließ das nicht zu. Erst nach der Restaurierung in der 2. Hälfte des 19.
Jahrhunderts änderte sich dies.
Während der faschistischen Schreckens- herrschaft des 20. Jahrhunderts wurde Uta ideologisch
missbraucht und zum Vorbild der Opfer bereiten deutschen Frau stilisiert. Nach dem 2.
Weltkrieg, spätestens seit den 60er Jahren nahm ihre Bedeutung in der Öffentlichkeit
wieder ab - nur in Kreuzworträtseln wurde sie immer wieder erwähnt.